
Östrogendominanz oder Progesteronmangel?
Wer sich ein wenig in das Thema Hormone eingelesen hat, stolpert früher oder später über ein Wort, das fast schon dramatisch klingt: Östrogendominanz.
Es taucht in Foren auf. In Büchern. In Gesprächen beim Frauenarzt.
Und spätestens ab den Wechseljahren steht es plötzlich im Raum – wie ein Begriff, der mehr Angst macht als er erklärt.
Dominanz.
Das klingt nach Ungleichgewicht. Nach „zu viel“. Nach Problem.
Und genau da beginnt die Unsicherheit.
Doch bevor wir dieses Wort vorschnell in eine Schublade stecken, lohnt sich ein genauerer Blick. Denn was viele nicht wissen: Hinter diesem Begriff steckt oft etwas sehr Natürliches.
Lass uns das in Ruhe betrachten – hier im Sofa-Talk, da es mir wichtig ist, mit Wissen Unsicherheiten abzubauen.
Dr. Volker Rimkus und Dr. Dr. Thomas Beck erklären es so, wie du es in den Zeilen auf dieser Seite nachlesen kannst.
Wenn Eisprünge ausbleiben, fehlt Progesteron und wird nur noch in minimaler Menge „hergestellt“, um den Körper am Leben zu erhalten – wie es Dr. Rimkus ausdrückt.
Blickt man auf die zahlreichen Aufgaben von Progesteron im Organismus, wird verständlich, warum bestimmte Beschwerden mit einem Progesteronmangel in Zusammenhang stehen können.
Was hat es mit der Östrogendominanz bzw. Progesteronmangel auf sich?
Mit nachlassender Progesteronbildung fehlt dem Östrogen zunehmend sein regulierender Gegenspieler. Dieses hormonelle Ungleichgewicht wird als sogenannte „Östrogendominanz“ beschrieben.
Progesteron dient im natürlichen Zyklus unter anderem dazu, den durch Östrogen angeregten Aufbau der Gebärmutterschleimhaut zu begrenzen. Sinkt Progesteron ab, kommt es zum Fehlen dieses regulierenden Effekts. In der Prämenopause werden daher nicht selten stärkere Blutungen oder gynäkologische Befunde mit einer vermehrt aufgebauten Gebärmutterschleimhaut festgestellt.
In der Perimenopause – also in der Zeit kurz vor der Menopause – beginnt das Östrogen oft seinen ganz eigenen Zick-Zack-Kurs. In einem Zyklus können die Werte noch ganz normal hoch sein, im nächsten plötzlich deutlich niedriger.
Dieses Auf und Ab fühlt sich für viele Frauen an wie eine innere Achterbahn. Mal ist alles stimmig, mal scheint der eigene Körper nicht mehr ganz berechenbar. Kein Wunder, dass sich das auf das Befinden auswirken kann.
In dieser Übergangszeit berichten viele Frauen, dass sich Beschwerden intensiver oder häufiger zeigen. Kopfschmerzen oder Migräne können häufiger auftreten, ebenso ein Spannungsgefühl in der Brust. Auch typische PMS-Symptome – also das prämenstruelle Syndrom – zeigen sich mitunter Tage oder sogar Wochen vor der Periode. Ein möglicher Hintergrund: Der Eisprung bleibt aus oder der Gelbkörper bildet weniger Progesteron.
Gleichzeitig kann der Östrogenspiegel noch längere Zeit im normalen, teils auch höheren Bereich liegen. Dieses Ungleichgewicht wird häufig als „Östrogendominanz“ bezeichnet. Hormonell betrachtet steht jedoch das fehlende Progesteron im Vordergrund – also das Hormon, das im natürlichen Zyklus als regulierender Gegenpol zum Östrogen dient.

Östrogendominanz erklärt: Vorsicht bei den Messeinheiten!
Dr. Dr. Beck erklärt es in einem seiner Bücher so: Dominanz bedeutet, dass etwas größer, höher oder stärker als etwas Anderes ist. Somit müsste im Fall der Östrogendominanz der Östrogenspiegel höher sein als der von Progesteron, sogar im tiefsten Mangel.
Das ist aber nicht so!
Östrogen misst man üblicherweise in pg/ml, Progesteron in ng/ml.
1 ng/ml = 1000 pg/ml
Somit sind 10 bis 30 ng/ml Progesteron umgerechnet 10.000 bis 30.000 pg/ml.
Im Zyklus schwankt Östrogen zwischen 5 und 250 pg/ml (im Ausnahmefall 500 pg/ml).
Selbst bei einem Wert von 1 ng/ml Progesteron (= 1000 pg/ml) würden nur maximal 500 pg/ml Östrogen gegenüber stehen können.
📌Aus diesem Grund wird in den Rimkus-Büchern und Rimkus-Seminaren der Begriff „Progesteronmangel“ verwendet.
Man könnte allenfalls von einer „relativen symptomatischen Östrogendominanz“ sprechen, wenn durch einen massiven Progesteronabfall vermehrt die Wirkungen des Östrogens spürbar werden, indem Beschwerden zunehmen.
Bitte beachte:
Meine Tätigkeit gehört zu den freien Gesundheitsberufen. Sie dient der Gesundheitsvorsorge und dem Wohlbefinden. Meine Website umfasst mein Wissen zur Rimkus-Methode, das ich in Rimkus-Intensivseminaren erlernt habe, die von Dr. Volker Rimkus, Dr. Dr. Thomas Beck und Dr. Eduard Rosler durchgeführt wurden. Ergänzt durch persönliche Informationen der vorgenannten Personen, den führenden Ärzten im Zusammenhang mit der Rimkus-Methode. Zusätzlich meinen umfangreichen Erfahrungsschatz, den ich mir über die Jahre in Bezug auf die Rimkus-Methode angeeignet habe.
Des Weiteren enthält meine Website Inhalte zu verschiedenen Themen auf Gesundheit & Wohlbefinden bezogen.
Tipps betreffen gesunde Lebensführung, Gesundheitsprävention und Resilienz im Alltag. Sie ersetzen keine ärztliche Abklärung oder Behandlung.
Dieser Blog-Beitrag ist keine Empfehlung, keine Therapie und kein Wirkversprechen. Es ist meine persönliche Erfahrung, Beobachtung und Meinung.