Nebenwirkungen durch Progesteron?
Mein 1-Jahres-Selbsttest
Kurz gesagt
Ein Jahr lang testete Ruth vom Hormon-Wohnzimmer die feinstmögliche Progesteron-Mikronisierung (10 statt 20 Mikrometer) im Selbstversuch. Anlass war unter anderem wiederkehrender Schwindel nach der Einnahme – ein Phänomen, das viele Frauen bei Progesteronsteigerungen kennen. Die Partikelgröße allein veränderte weder die benötigte Tagesdosis noch die „Champagnerzone“. Dosisverteilung und Herstellung spielen eine Rolle. Im Vergleich zu Fertighormonen auf Kassenrezept zeigt sich zusätzlich ein Unterschied in der Bioverfügbarkeit.
Tadaaa! Das Ergebnis von meinem Selbsttest mit der feinstmöglichen Progesteron-Mikronisierung (10µm), die derzeit in Apotheken verarbeitet werden kann, ist da! Einige warten sicher schon gespannt darauf.☺️
Fertighormone auf Kassenrezept: Eine feinere Mikronisierung?
Bei Herstellern von Fertighormonen auf Kassenrezept liegt die Mikronisierung, wie eine Rückfrage und die Sichtung der Zertifikate zeigten, niedriger. Das machte mich schon damals stutzig. Dr. Dr. Beck sagte dazu: Bioidentische Hormone lassen sich nicht feiner verarbeiten, die Angabe des Herstellers könne daher nicht zutreffen. Dr. Rimkus und Dr. Dr. Beck geben an, dass von diesen Fertighormonen deutlich weniger vom Wirkstoff im Körper ankommt, erkennbar auch anhand der Blutwerte.
Warum Mikronisierung bei Progesteron überhaupt eine Rolle spielt
Progesteron ist schlechter fettlöslich als Östrogen. Bei oraler Einnahme wird es fast ausschließlich über den Lymphweg aufgenommen, statt über den klassischen Weg durch Darmwand und Pfortader in die Leber. Durch Mikronisierung, also die Zerkleinerung in feine Partikel, vergrößert sich die Oberfläche des Wirkstoffs. Das begünstigt die Aufnahme.
Deshalb stellt sich die Frage: Macht eine noch feinere Mikronisierung einen Unterschied?
Zunächst hat mich interessiert, ob es unterschiedliche Bezugswege gibt
Auf Rückfrage bei einer Apotheke hieß es: Alle Apotheken beziehen ihr Progesteron über denselben Rohstoff-Großhändler.
Bei der Herstellung individueller Kapseln, wie sie Dr. Rimkus mit einem Apotheker entwickelt hat, kommt mehr zum Einsatz als nur Hormone
Zur verbesserten Aufnahme enthalten Kapseln mehr als nur den Wirkstoff selbst. Neben einer kleinen Menge Zink- und Kupfergluconat wird üblicherweise eine Partikelgröße von bis zu 20 Mikrometer bioidentischer Hormone verwendet. Zum Größenvergleich: Ein menschliches Haar hat einen Durchmesser von etwa 50 bis 100 Mikrometer, je nach Haartyp. Bei Frauen wie bei Männern in ähnlicher Bandbreite.
Auch in bioidentischen Fertighormonen werden langkettige Fettsäuren verwendet – verständlicherweise kostengünstige Industriefette.
Da es sich bei Östrogen und Progesteron um fettlösliche Hormone handelt, kommen für die bestmögliche Verwertbarkeit im Körper zudem langkettige Fette zum Einsatz: Hochwertiges Olivenöl oder Kakaobutter. Der oft genannte First-Pass-Effekt, also der erste Weg über die Leber, der angeblich bei oraler Einnahme von bioidentischen Hormonen entsteht, ist nicht möglich. Mehr dazu findest du in meinem Hormon-Guide.
Meine frühere Einnahme
Seit Jahren nehme ich 300mg Progesteron pro Einnahme, 600mg pro Tag. Progesteron braucht, anders als Östrogen oder Vitamin D, ein wesentlich größeres Volumen. Deshalb verteilt sich die Hormondosis auf mehrere Kapseln. Apotheken füllen üblicherweise maximal etwa 200mg Progesteron in eine Kapsel. Auf Wunsch ist bei manchen Apotheken auch eine höhere Dosierung pro Kapsel möglich.
So sah die Einnahme bislang aus:
- Hauptkapsel: Östrogen + 200mg Progesteron
- Zusatzkapsel: 100mg Progesteron
Macht 2 Kapseln pro Einnahme.
Meine derzeitige Einnahme
Die Apotheke, die ich seit Kurzem nutze, teilt über 165mg Progesteron generell in zwei Kapseln. Dadurch entstand folgende Kapselmenge:
- Hauptkapsel (jetzt auf 2 Kapseln verteilt)
- Zusatzkapsel: 100mg Progesteron
Pro Einnahme sind es seitdem 3 Kapseln, in Summe weiterhin 300mg Progesteron.
Für die nächste Bestellung plane ich, die Kapseln künftig mit 150mg Progesteron befüllen zu lassen. Zwei Kapseln pro Einnahme, die dritte fällt weg.
Die Zusatzkapsel war fast von Anfang an dabei, hauptsächlich wegen Blutungen, aber auch wegen Kopfschmerzen, die in der Aufdosierungszeit gelegentlich auftraten. Davor gab es damit so gut wie nie Berührungspunkte.
Mit der Zeit gehörte es automatisch dazu, im „Notfall gewappnet“ zu sein. Allerdings läuft seit Langem alles stabil. Grund genug, es mal zu überdenken.
Kennt ihr das auch? Ich gebe offen zu: Ich bin ein Gewohnheitstier.☺️Frei nach dem Motto „Lieber haben und nicht brauchen, als brauchen und nicht haben“.😉 Ein „Joker in der Hinterhand“ nimmt den mentalen Stress und bringt das Sicherheitsgefühl zurück.
Mein 1-Jahres-Test: Progesteron 10 Mikrometer vs. 20 Mikrometer
Vor einem Jahr startete ich mein Experiment mit der feineren Mikronisierung: 10 Mikrometer (Östrogen gibt es in dieser Feinheit nicht). Im Vergleich zur „normalen“ 20µm-Mikronisierung war vom Befinden her kein Unterschied erkennbar und damit hielt ich auch keine Reduzierung der Tagesdosis für nötig.
Dennoch habe ich einen Versuch gestartet und die 100mg-Zusatzkapsel weggelassen, erst mit der normalen Mikronisierung, dann mit der feineren. Beide Male setzte nach kurzer Zeit eine Schmierblutung ein.
Erstes Learning:
Eine feinere Mikronisierung spart keine Hormonmenge ein und ändert nichts am Befinden.
Gab es dennoch im Testverlauf einen Unterschied? Ja, und zwar an einer Stelle, mit der ich so nicht gerechnet hätte!
Was hat es mit der Champagnerzone auf sich?
Zum Begriff „Champagnerzone“: Frauen berichten in der Community von Symptomen wie leicht bis stark angetrunken: Schwindel individuell unterschiedlich ausgeprägt. Andere sprechen von einer bleiernen Müdigkeit, die nach einer Weile wieder nachlässt.
Bei mir trat die „Champagnerzone“ über die Jahre gelegentlich auf. Zwei-, dreimal war sie so stark, dass beim Treppensteigen Vorsicht geboten war, als wäre ich völlig betrunken, inklusive Lallen!🙈 Nach etwa einer halben Stunde war der Spuk wieder vorbei.
Einen Zusammenhang mit bestimmten Lebensmitteln oder dem zeitlichen Abstand zum Essen konnte ich trotz aufmerksamer Beobachtung nicht feststellen, außer bei einem bestimmten Sandwich vom Bäcker mit einer Art „cremiger Mayonnaise“. Dabei traten die beschriebenen starken „Ausfallerscheinungen“ auf.
Häufiger zeigte sich bei mir sowas wie ein halbstündiger „Sprechdurchfall“.😉
Für den zweiten Teil des Selbstversuchs mit der feinen Mikronisierung habe ich die Apotheke verwendet, die über 165mg Progesteron generell trennt. (Manchmal probiere ich gerne etwas aus – für euch. Einen anderen Grund gab es nicht, falls sich wer fragen sollte.☺️)
In der Übergangszeit habe ich die neuen Hauptkapseln (10 µm) noch mit der Progesteron-Zusatzkapsel in der 20 µm-Mikronisierung kombiniert.
Bye-bye Schwips!
Das Anfluten wurde mehr und mehr zur Nebensache. Mit der Umstellung der Zusatzkapsel auf die neue Apotheke verschwand selbst das kleinste Anzeichen der Champagnerzone: Kein „Wirkstoff-Peak“, kein „Angetrunken-Gefühl“. Was sich allerdings manchmal zeigt, ist ein Energie-Schub. Davon kann man nie genug haben, nicht wahr?🤩
Mein Test-Fazit:
Die Feinheit allein macht es nicht: Die Reduzierung von 20 auf 10 Mikrometer hatte keinen Einfluss auf die benötigte Progesteron-Menge oder das Auftreten der „Champagnerzone“. Das bestätigt für mich zugleich: Eine feinere Mikronisierung allein macht keine bessere Bioverfügbarkeit, was sich in Bezug auf Fertighormone bestätigt.
Die Dosisverteilung und Herstellung entscheiden: Ob die Kapseltrennung, ein abweichendes Herstellungsverfahren (auch innerhalb der Zertifizierungsgrenzen sind unterschiedliche Wege erlaubt) oder beides der entscheidende Faktor ist, lässt sich aus dieser Einzelerfahrung nicht beantworten.
Fest steht: Dort ist der Knackpunkt zu finden!
Deshalb die Frage an dich:
🤎 Wie sind deine Erfahrungen, falls du pro Einnahme 200mg Progesteron oder mehr benötigst?
🤎 Gibt es bei dir die “Champagnerzone”?
🤎 Wie ist deine Kapsel-Splittung?
Deine Rückmeldung könnte für andere in den Communities ein Meilenstein sein.
Schreib gerne an: hallo@ruths-hormon-wohnzimmer.de
Progesteron steigern will bei dir nicht klappen?
Du hältst dich an alles, aber es will einfach nicht rund laufen und du wirst das Gefühl nicht los, auf der Stelle zu treten?
So geht es vielen Frauen. 😔
Mit 9 Jahren Erfahrung kenne ich die typischen Hürden. Wenn du wissen möchtest, mit welchen einfachen Kniffen du an den Stellschrauben drehen kannst, buche gerne meine Beratung.
Ganz egal, ob du individuell hergestellte Rezepturen nutzt oder Fertighormone auf Kassenrezept: Für jeden Weg gibt es maßgeschneiderte Möglichkeiten!
Du musst nichts im Alleingang lösen. Hol dir hier die Abkürzung und starte neu durch!
Hinweis zur Apothekenwahl: Der Name „meiner“ Apotheke wird bewusst nicht genannt, um nicht den Eindruck erwecken zu lassen eine Apotheke sei besser als eine andere. Auf keinen Fall bin ich dieser Meinung!
Häufig gestellte Fragen zur Progesteron-Mikronisierung:
Schwindel und Benommenheit nach der Einnahme gehören zu den am häufigsten berichteten Begleiterscheinungen von Progesteron. Manche beschreiben es zusätzlich als leicht angetrunken oder wie benebelt. Ein Communitymitglied hat diesen Zustand treffend „Champagnerzone“ genannt.
Wie stark und wie oft es auftritt, ist individuell unterschiedlich. Für mich besteht ein klarer Zusammenhang mit der Progesteronverteilung und Herstellung, wie mein eigener Selbstversuch zeigte. Verschiedene weitere Gründe, auch zu anderen Bereichen in Verbindung mit Hormon-Ergänzung, findest du in meinem Hormon-Guide.
Mikronisierung beschreibt die Zerkleinerung des Wirkstoffs in feine Partikel. Eine größere Oberfläche begünstigt die Aufnahme im Organsismus, auch Bioverfügbarkeit genannt.
So bezeichnete ein Communitymitglied den Zustand, der in Verbindung mit Progesteron häufig genannt wird. Frauen beschreiben ihn als leicht bis stark angetrunken, mit Schwindel oder als bleierne Müdigkeit.
Nach Rückfrage und Sichtung der Zertifikate wird sie als feiner angegeben als die individuelle Herstellung des Kapselinhalts von Apotheken. Jedoch wird von Dr. Rimkus und Dr. Dr. Beck erwähnt, dass die Aufnahme von bioidentischen Fertighormonen im Körper wesentlich geringer ist. Erkennbar auch anhand der Blutwerte.
Der oft genannte First-Pass-Effekt über die Leber ist bei bioidentischen Hormonen nicht möglich. Mehr dazu findest du in meinem Hormon-Guide.
Bitte beachte:
Meine Tätigkeit gehört zu den freien Gesundheitsberufen. Sie dient der Gesundheitsvorsorge und dem Wohlbefinden. Meine Website umfasst mein Wissen zur Rimkus-Methode, das ich in Rimkus-Intensivseminaren erlernt habe, die von Dr. Volker Rimkus, Dr. Dr. Thomas Beck und Dr. Eduard Rosler durchgeführt wurden. Ergänzt durch persönliche Informationen der vorgenannten Personen, den führenden Ärzten im Zusammenhang mit der Rimkus-Methode. Zusätzlich meinen umfangreichen Erfahrungsschatz, den ich mir über die Jahre in Bezug auf die Rimkus-Methode angeeignet habe.
Des Weiteren enthält meine Website weitere Inhalte zu verschiedenen Themen auf Gesundheitsvorsorge bezogen.
Tipps betreffen gesunde Lebensführung, Gesundheitsprävention und Resilienz im Alltag. Sie ersetzen keine ärztliche Abklärung oder Behandlung.
Dieser Blog-Beitrag ist keine Empfehlung, keine Therapie und kein Wirkversprechen. Es ist meine persönliche Erfahrung, Beobachtung und Meinung.