Blutwerte normal, aber du fühlst dich müde und erschöpft?

Blutwerte normal trotzdem müde erschöpft

Deine Blutwerte sind normal, aber du fühlst dich trotzdem müde, schlapp oder nicht mehr wie du selbst? Der Unterschied zwischen Referenzbereich und Zielbereich erklärt, woran das liegen kann.

Kurz gesagt

  • Ein Laborwert „in der Norm“ bedeutet nur, dass du dich nicht im Extrembereich befindest – nicht, dass er für dich optimal ist.

  • Referenzbereich (Statistik einer Bevölkerungsgruppe) und Zielbereich (individuelle Orientierung) sind zwei unterschiedliche Konzepte.

  • Für den Einstieg reichen wenige gezielte Marker bei Schilddrüse, Hormonen und Mikronährstoffen – kein teures Komplettprofil.

Warum „unauffällige“ Werte trotzdem nicht immer erklären, wie du dich fühlst

Kennst du das oder jemand aus deinem Umfeld?

Du holst deine Blutergebnisse beim Hausarzt ab, hoffst auf Antworten für deine Dauererschöpfung, die hartnäckigen Kilos, die du nicht mehr los wirst, oder deine Stimmungsschwankungen – und dann heißt es: „Alles unauffällig. Die Werte liegen in der Norm.“

Eigentlich müsstest du erleichtert sein.

Stattdessen sitzt du da und fragst dich:

Warum bin ich trotzdem dauermüde?

Warum nehme ich zu, obwohl sich an meinem Alltag nichts verändert hat?

Warum bin ich so schnell gereizt und fühle mich nicht mehr wie ich selbst?

Warum habe ich plötzlich Wassereinlagerungen?

Warum machen mir Haarausfall, Gehirnnebel und Schlafstörungen das Leben schwer?

… diese Liste lässt sich noch sehr weit fortsetzen.

Dieses Gefühl kenne ich aus eigener Erfahrung. Auf dem Papier sah bei mir lange alles unauffällig aus, während sich mein Körper nicht danach angefühlt hat. Meine Hausärztin hat mich zu verschiedenen Fachärzten geschickt, das Ergebnis war jedes Mal „ohne Befund“ oder „altersgerecht“. Damals wusste ich noch nicht so viel wie heute, aber eines war mir damals schon klar: Es muss mit meiner letzten Periode zusammenhängen!

Frauen haben gegenüber Männern oft einen Vorteil: Der Zeitpunkt um die letzte Periode ist ein eindeutiger Anhaltspunkt, wenn der Alltag beschwerlich wird und man sich nicht mehr wohl in seiner Haut fühlt. Auch nach einer Gebärmutterentfernung versiegen Hormone nach einer Weile.

Inzwischen sind soziale Medien voll von Beiträgen zu Wechseljahren und Hormonen generell. Viele Frauen erkennen den Zusammenhang heute deutlich früher als noch vor einigen Jahren.

Schwerer macht es dagegen etwas Anderes: Die Menge an Informationen, die sich teils komplett widersprechen. Was die eine Quelle rät, verflucht die nächste – die Verunsicherung wächst.

Männer und der schleichende Hormonwandel

Bei Männern gibt es dieses eindeutige Signal nicht. Der hormonelle Wandel vollzieht sich schleichend über Jahre – ohne Stoppuhr, aber mit spürbaren Folgen, die immer noch viel zu selten mit Hormonen in Verbindung gebracht werden. Wenn jemand an Hormone beim Mann denkt, wird er auf Testosteron „reduziert“. Allerdings sinkt dieses Steroidhormon altersbedingt erst sehr spät nennenswert.

Bei der Gabe von Testosteron beim Mann sollte übrigens nicht nur der Blutdruck im Auge behalten werden, sondern auch die Größe der Prostata. Ist die Prostata bereits vergrößert, könnte dieser Prozess dadurch weiter voranschreiten. Bei der Hormonmethode, wie sie Dr. Rimkus beschreibt, wird Testosteron nur im Ausnahmefall gegeben (keine eigene bzw. genügende Bildung von Testosteron). Er berichtete, dass er keinen Erfolg bei der Behandlung feststellen konnte. Auch muss mit einer negativen Rückkopplung bei Anwendung gerechnet werden, so dass Testosteron nicht mehr selbst vom Körper synthetisiert werden kann.

Referenzbereich ist nicht gleich Zielbereich

Vielleicht erinnerst du dich noch an das frühere Thema Referenzbereiche: Das sind im Grunde reine Statistikwerte. Sie zeigen lediglich, in welchem Bereich die mittleren 95 von 100 Menschen liegen. Ein Wert „in der Norm“ sagt dir also erst einmal nur, dass du dich in keinem Extrembereich befindest.

Was er dir nicht zeigt: Ob dein Stoffwechsel rund läuft, dein Hormonhaushalt im Gleichgewicht ist, deine Schilddrüse dich nicht im Alltag „ausbremst“ oder du mit Mikronährstoffen gut versorgt bist.

Gerade in der heutigen Orthomolekular- bzw. ganzheitlichen Medizin tut sich viel Positives, wie ich finde. Mir geht es nicht um bloße Zahlen auf dem Papier, sondern darum, diese Jahre auch aktiv nutzen zu können.

Zwei Begriffe, die oft durcheinandergehen

Der Referenzbereich ist eine statistische Größe, abgeleitet aus einer Referenzgruppe scheinbar gesunder Menschen.

Ein Zielbereich ist etwas anderes: Eine Orientierung, in welchem Bereich ein Wert im Zusammenhang mit einem bestimmten Thema sinnvoll liegen könnte.

Er wird nicht statistisch aus einer Bevölkerungsgruppe gebildet, sondern individuell oder themenbezogen betrachtet. So wie Dr. Rimkus seine erforschten Zielbereiche vor 40 Jahren für seine Hormonanwendung festgelegt hat – und sie gelten heute genauso wie damals. Schließlich hat sich die menschliche Biologie in den letzten Jahrzehnten nicht verändert!

Welche Marker sind für den Einstieg sinnvoll?

Da solche Laboranalysen für Selbstzahler schnell ins Geld gehen können, lohnt sich ein Blick auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis. Niemand muss sofort ein riesiges, teures Laborprofil machen.

  • Schilddrüse: Die Grundlagen lassen sich oft gut über den Hausarzt abdecken. Neben dem TSH-Wert gehören dazu auch die freien Werte fT3 und fT4.

    Ideal ist es, die drei Antikörper (TPO-AK, TG-AK, TRAK) mitbestimmen zu lassen. Nicht immer ist es auf Krankenkassenkarte möglich, aber das ist kein Beinbruch: Du kannst sie in dieser Reihenfolge abklären lassen und musst das keineswegs alles auf einmal machen. Manchmal musst du sie selbst bezahlen. Hier wären die ersten beiden recht sinnvoll. (Pro Quartal ist es normalerweise möglich, einen bis zwei Antikörper bestimmen zu lassen.)

    Auch ein Schilddrüsen-Ultraschall gehört für ein vollständiges Bild dazu. Lass dir möglichst einen schriftlichen Befund aushändigen. All zu oft höre ich „ohne Befund“, und schriftlich gibt es dann doch das ein oder andere „Knötchen“. (Für die Schulmedizin heißt es beobachten.)

  • Hormone: Bei Frauen gehören Östrogen, Progesteron, FSH und Vitamin D3 dazu. Bei Männern bleiben Östrogen, Progesteron und Vitamin D3 genauso relevant – statt dem FSH wird Testosteron und PSA bestimmt. (Tipp: Manche Gynäkologen oder Urologen stimmen zu, die Hormonwerte zumindest einmalig über die Krankenkassenkarte abzurechnen. Frag ruhig mal nach – das Schlimmste, was passieren kann, ist ein Nein.😊 Wenn du sie selbst zahlst, liegen einzelne Profilwerte meist bei ca. 20 Euro pro Parameter.)

Wenn ohnehin eine Blutentnahme beim Hausarzt geplant ist, kannst du diese Werte gezielt zusätzlich ansprechen. Manche Praxen zeigen sich durchaus aufgeschlossen:

  • Eisenhaushalt: Ferritin und Transferrin-Sättigung

  • Entzündung & Stoffwechsel: CRP sowie Langzeitzucker HbA1c und Herz-Kreislaufwert Homocystein, der übrigens interessante Hinweise in verschiedene Richtungen bringen kann. Diesbezüglich wird auch zu ApoB und einmalig Lp(a) geraten. Die beiden wären noch ein „Sahnehäubchen“ obendrauf.

  • Standard-Blutbild: Auch aus dem ganz normalen Blutbild lässt sich bei genauerem Hinsehen schon erstaunlich viel für den Alltag ableiten.
  • Vitamin B12, Magnesium und Folsäure

  • Vitamin B6: Ist zwar in vielen Präparaten enthalten, ein echter Mehrbedarf besteht aber gar nicht so oft, und es ist das einzige B-Vitamin, das überdosiert werden kann. Es sollte in der aktiven Form gemessen werden. (Wurde über viele Jahre die Antibabypille eingenommen, sind B-Vitamine meist im Mangel – auch B6.)

  • Wichtig bei pflanzlicher Ernährung: Vegetarier und insbesondere Veganer haben einen deutlich erhöhten Nährstoffbedarf, damit z. B. Entgiftungsprozesse im Körper reibungslos ablaufen können. Speziell zum Entgiftungsthema werde ich noch einen eigenen Beitrag verfassen.

Mehr braucht es für den Anfang meiner Meinung nach nicht. Damit hast du eine absolut solide Basis, auf der sich gezielt aufbauen lässt. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. 😊

Worauf es bei der Blutabnahme ankommt

Damit die ermittelten Werte überhaupt aussagekräftig sind, spielen die Rahmenbedingungen der Blutentnahme eine wichtige Rolle. Kleine Details entscheiden darüber, ob ein Laborwert brauchbar ist oder verfälscht wird.

Da die exakten Vorgaben den Rahmen dieses Beitrags sprengen würden, habe ich alle bekannten Fakten für dich zusammengefasst: In meinem Hormon-Guide zeige ich dir unter anderem, worauf du vor und bei der Blutabnahme besonders bei Anwendung bioidentischer Hormone achten solltest, damit du am Ende verlässliche Ergebnisse in den Händen hältst.

(Wichtig: Das kann auch auf weitere Blutwerte zutreffen – mit und ohne Anwendung bioidentischer Hormone!)

👉Hier geht’s direkt zum Hormon-Guide

Bitte beachte:
Meine Tätigkeit gehört zu den freien Gesundheitsberufen. Sie dient der Gesundheitsvorsorge und dem Wohlbefinden. Meine Website umfasst mein Wissen zur Rimkus-Methode, das ich in Rimkus-Intensivseminaren erlernt habe, die von Dr. Volker Rimkus, Dr. Dr. Thomas Beck und Dr. Eduard Rosler durchgeführt wurden. Ergänzt durch persönliche Informationen der vorgenannten Personen, den führenden Ärzten im Zusammenhang mit der Rimkus-Methode. Zusätzlich meinen umfangreichen Erfahrungsschatz, den ich mir über die Jahre in Bezug auf die Rimkus-Methode angeeignet habe.
Des Weiteren enthält meine Website weitere Inhalte zu verschiedenen Themen auf Gesundheitsvorsorge bezogen. 
Tipps betreffen gesunde Lebensführung, Gesundheitsprävention und Resilienz im Alltag. Sie ersetzen keine ärztliche Abklärung oder Behandlung.