Nahrungsmittelergänzungen & Qualität: Wenn „ohne Zusatzstoffe“ zur Falle wird

Qualität von Nahrungsmittelergänzungen wenn ohne Zusatzstoffe ein Problem sein kann

Bioidentische Hormone waren mein Einstieg. Aber irgendwann wurde mir klar: Hormone sind nicht alles. Je mehr ich verstand, wie der Körper funktioniert, desto mehr rückte ein weiteres Thema in den Vordergrund – Mikronährstoffe. Damit irgendwann unweigerlich die Frage nach der Qualität von Nahrungsergänzungsmitteln: Was steckt eigentlich in diesen Präparaten, die ich jeden Tag nehme?

Den ersten Schubs bekam ich, als Dr. Rimkus 2009 bei einem Abendessen Prof. Jörg Spitz traf – dem Arzt, der das Sonnenhormon einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht hat. Aus diesem Treffen entstand die Erweiterung der bereits mit einem Apotheker entwickelten Hormonkapsel um Vitamin D.

Was mich damals überraschte: Vitamin D ist kein Vitamin und kein Nahrungsergänzungsmittel, sondern ein Vorhormon.

Von da an wurde ich neugierig. Ich fing an, Literatur und Fachartikel zu wälzen und tauchte immer tiefer in die Welt der Mikronährstoffe ein. Dazu kam meine eigene Schilddrüsenunterfunktion – ein Befund, den meine Hausärztin als unauffällig abgehakt hatte. Dr. Dr. Beck war es, der mir als Erster den Hinweis gab, dass etwas nicht stimmte. Er schlug Levothyroxin vor – ein synthetisches Schilddrüsenmedikament, das T4 enthält. Ich hatte mich zu dem Zeitpunkt aber bereits damit beschäftigt, dass die Umwandlung von T4 in das aktive T3 bei vielen Menschen nicht zuverlässig klappt.

Ich hatte schon eh und je wenig Vertrauen in Medikamente: Notfallversorgung ja, Dauermedikation nein.

Er erwähnte auch NDT, einen Schilddrüsenextrakt vom Schwein. Was er mir an Infos mitgeben konnte, reichte nicht. Die wirkliche Kunst liegt in der Anwendung, die ich mir letztendlich selbst erarbeitet habe.

Alles mit Maß und Verstand – das war damals mein Anspruch und ist es bis heute.

In diesem Zusammenhang spielt für mich ein Interview mit Dr. Simon Feldhaus eine Rolle, auf das ich kürzlich gestoßen bin. Was er dort erzählt, hat mich nachdenklich gestimmt und ich möchte es mit dir teilen, damit du dir deine eigene Meinung bilden kannst.

„Vegan, rein, ohne Zusatzstoffe“ – klingt gut, kann aber täuschen

Viele greifen bevorzugt zu veganen Kapseln ohne Zusatzstoffe. Der Gedanke dahinter ist verständlich. Aber Dr. Feldhaus nannte einen Punkt, der mich aufhorchen ließ: Nicht jeder Wirkstoff verträgt es, ohne Hilfsstoffe verarbeitet zu werden.

Manche Substanzen sind hochempfindlich gegenüber Sauerstoff oder Feuchtigkeit. Fehlen schützende Hilfsstoffe, oxidiert der Wirkstoff noch in der Kapsel – bevor er überhaupt bei dir ankommt. Was dann im Tiegel liegt, hat kaum noch eine Wirkung.

Genauso entscheidend ist, welche Hilfsstoffe enthalten sind – und ob die Kapsel überhaupt an der richtigen Stelle im Verdauungstrakt aufgeht. Eine Kapsel, die sich im Dünndarm öffnet, nützt wenig, wenn der Wirkstoff eigentlich den Dickdarm erreichen soll. Trotzdem wird genau das von vielen Herstellern so angeboten.

Das Beispiel SAMe – wenn günstig wirkungslos wird

Dr. Feldhaus erklärt das anhand von SAMe (S-Adenosylmethionin), einem sogenannten Methyldonator, der dem Körper Bausteine für unzählige Stoffwechselreaktionen liefert.

Er beschreibt es so: Stell dir einen Bauarbeiter vor, der Steine zur Baustelle bringt. Ohne ihn kann der Maurer nicht arbeiten. SAMe ist dieser Bauarbeiter – er selbst baut nichts, aber ohne ihn läuft vieles nicht.

Qualität von Nahrungsmittelergänzungen erkennen

Das Problem: SAMe ist extrem instabil. Ohne den richtigen Stabilisator zerfällt die Substanz innerhalb von Minuten bis wenigen Tagen. In einer ungesicherten Kapsel ist nach kurzer Zeit kaum noch Wirkstoff vorhanden.

Qualitativ hochwertiges SAMe gibt es weltweit nur von wenigen Herstellern – und das hat seinen Preis. Günstige Varianten werden ohne Stabilisator produziert und zu einem Bruchteil des Preises verkauft. Den Unterschied erkennt man im Kleingedruckten: Der Stabilisator muss in der Zutatenliste stehen. Fehlt er, ist das ein deutliches Warnsignal.


Ein Trend, der mir Sorgen macht

Was Dr. Feldhaus außerdem beschreibt, hat mich aufhorchen lassen: Immer mehr etablierte naturheilkundliche Marken werden von großen Konzernen aufgekauft – nicht weil die Konzerne plötzlich von Naturheilkunde überzeugt wären, sondern um den Umsatz zu sichern.

Was danach passiert, folgt einem Muster: Wissenschaftliche Abteilungen werden aufgelöst, Rohstoffqualitäten sinken still und leise. Manchmal verschwindet ein bewährtes Produkt ganz vom Markt, weil eine Rezertifizierung versäumt oder bewusst nicht mehr beantragt wurde.

Immer mehr Präparate rutschen in den Nahrungsergänzungs- oder sogar Lebensmittelbereich – womit Wirksamkeit und Rohstoffqualität nicht mehr geprüft werden müssen.

Wie erkennst du Qualität – und kannst du das überhaupt?

Die ehrliche Antwort lautet: Sicher kannst du dich nicht sein. Aber es gibt Wege, dich besser zu orientieren:

Preis als Warnsignal ernst nehmen. Wenn ein Produkt, das du kennst, plötzlich deutlich günstiger wird, steckt dahinter selten ein Schnäppchen. Qualitätsrohstoffe haben ihren Preis.

Hersteller direkt fragen: Woher stammt der Rohstoff? Welche Kapselform wird verwendet, und wo löst sie sich auf? Seriöse Anbieter geben das bereitwillig an.

Fachpersonen aufsuchen, die unabhängig ausgebildet wurden. Das Wissen über Qualitätsmerkmale wird im klassischen Studium kaum neutral vermittelt. Die meisten Fortbildungen sind heute industriefinanziert. Therapeuten, die ihre Ausbildung bei verschiedenen, unabhängigen Anbietern absolviert haben, können neutraler beraten.

Qualität bei Mikronährstoffen ist kein Luxus

Sie ist die Grundvoraussetzung dafür, dass das, was du nimmst, auch wirklich etwas tut.

Ich habe das in der Beratung immer wieder erlebt: Frauen, die jahrelang ein Präparat nehmen, nichts spüren – und erst durch einen Wechsel auf ein hochwertiges Produkt merken, was möglich gewesen wäre.

Alles mit Maß und Verstand. Bei Hormonen genauso wie bei Mikronährstoffen.

Häufige Fragen zur Qualität von Nahrungsergänzungsmittel

Woran erkenne ich die Qualität eines Nahrungsergänzungsmittels?

Ein erster Hinweis ist der Preis: Wirkstoffqualität hat ihren Preis, und plötzliche Preissenkungen bekannter Produkte sind oft ein Warnsignal. Außerdem lohnt es sich, beim Hersteller direkt nach Rohstoffherkunft und Kapselform zu fragen. Seriöse Anbieter antworten transparent.

Was bedeutet „Stabilisator“ bei SAMe-Präparaten?

SAMe ist eine instabile Substanz, die ohne schützenden Stabilisator innerhalb weniger Tage zerfällt. Der Stabilisator muss in der Zutatenliste stehen. Fehlt er, ist kaum noch Wirkstoff in der Kapsel vorhanden, wenn das Präparat beim Körper ankommt.

Sind vegane Nahrungsergänzungsmittel automatisch besser?

Nicht zwingend. Manche Wirkstoffe benötigen Hilfsstoffe, um stabil und bioverfügbar zu bleiben. Vegane Kapseln ohne jegliche Hilfsstoffe können bei empfindlichen Substanzen bedeuten, dass der Wirkstoff vor der Einnahme bereits abgebaut ist.

Warum verlieren etablierte Naturheilkunde-Marken manchmal ihre Qualität?

Wenn Marken von großen Konzernen aufgekauft werden, sinken Rohstoffqualitäten oft still und leise. Wissenschaftliche Abteilungen werden aufgelöst, bewährte Produkte verschwinden vom Markt. Wer langfristig gute Erfahrungen mit einem Produkt gemacht hat, sollte bei plötzlichen Veränderungen oder Preissenkungen aufmerksam werden.

Bitte beachte:
Meine Tätigkeit gehört zu den freien Gesundheitsberufen. Sie dient der Gesundheitsvorsorge und dem Wohlbefinden. Meine Website umfasst mein Wissen zur Rimkus-Methode, das ich in Rimkus-Intensivseminaren erlernt habe, die von Dr. Volker Rimkus, Dr. Dr. Thomas Beck und Dr. Eduard Rosler durchgeführt wurden. Ergänzt durch persönliche Informationen der vorgenannten Personen, den führenden Ärzten im Zusammenhang mit der Rimkus-Methode. Zusätzlich meinen umfangreichen Erfahrungsschatz, den ich mir über die Jahre in Bezug auf die Rimkus-Methode angeeignet habe.
Des Weiteren enthält meine Website weitere Inhalte zu verschiedenen Themen auf Gesundheitsvorsorge bezogen.

Tipps betreffen gesunde Lebensführung, Gesundheitsprävention und Resilienz im Alltag. Sie ersetzen keine ärztliche Abklärung oder Behandlung.
Dieser Blog-Beitrag ist keine Empfehlung, keine Therapie und kein Wirkversprechen. Es ist meine persönliche Erfahrung, Beobachtung und Meinung.