Ist eine KI bei Gesundheitsfragen zuverlässig?

KI bei Gesundheitsfragen bioidentische Hormone Schilddrüse zuverlässig

Eine KI-Antwort zu einer Gesundheitsfrage entsteht in Sekunden und kann ebenso schnell in eine falsche Richtung führen. Ich erlebe immer öfter, dass mir Screenshots geschickt werden, um meine Meinung zu einer KI-Aussage zu geben. Diese Einschätzung klingt oft überzeugend. Ob sie wirklich stimmt, ist eine andere Frage.

Für Standardfragen zur Gesundheit liefert eine KI meist brauchbare Antworten.

Sobald es individuell wird, etwa bei bioidentischen Hormonen, der Dosierung von Mikronährstoffen oder der Einordnung bei der Schilddrüse, gerät sie schnell an ihre Grenzen. Die Datenbasis für diese speziellen Themen ist im Vergleich zu häufigen Erkrankungen deutlich kleiner. Statt ein ehrliches „Dazu liegen mir keine ausreichenden Daten vor“ zu formulieren, setzt ein Sprachmodell die Antwort aus Bruchstücken zusammen, die plausibel klingen. Ob die Aussage inhaltlich korrekt ist, lässt sich daran nicht ablesen.

Menschen setzen flüssige Sprache oft mit fundiertem Wissen gleich.

Ein Chatbot klingt nie unsicher, selbst wenn er es inhaltlich sein müsste. Eine KI trägt zudem keine Konsequenzen für eine falsche Einschätzung: Niemand haftet, niemand wird zur Rechenschaft gezogen, wenn die Antwort falsch war. Das unterscheidet sie grundlegend von einer ärztlichen oder heilpraktischen Einschätzung. Die dahinterliegenden Systeme sind zudem nicht in erster Linie darauf ausgelegt, eine verlässliche Auskunft zu liefern, sondern darauf, dass Menschen zufrieden aus dem Gespräch gehen und wiederkommen.

Fünf Gründe erklären, warum eine KI-Antwort bei Gesundheitsthemen grundsätzlich mit Vorsicht zu lesen ist.

  • Begrenzter Horizont: Ohne aktive Websuche kennt eine KI nur ihren eigenen Trainingsstand. Aktuelle Fakten oder neuere Entwicklungen fehlen ihr vollständig.

  • Wahrscheinlichkeit statt Wahrheit: Eine KI berechnet Wort für Wort, welche Formulierung statistisch am besten passt. Ob eine Aussage wahr ist, lässt sich daraus nicht ableiten.

  • Kein Zweifel in der Stimme: Vermutungen, Halbwissen und gesicherte Fakten klingen bei ihr gleich überzeugend.

  • Ja-Sager-Effekt: Bei einer Rückfrage oder Fangfrage bestätigt eine KI häufiger die eigene Aussage, statt einen Fehler einzuräumen.

  • Kein echter Beleg: Eine Aussage der KI ist kein Nachweis. Nur eine extern überprüfbare Originalquelle zählt als Beleg.

Ich habe verschiedene KI-Tools über Monate hinweg selbst getestet.

Dabei wurde deutlich, wie schnell eine überzeugend klingende Antwort in eine falsche Richtung führen kann. Bei einer Rückfrage zu einem bestimmten Hormonwert kamen innerhalb weniger Minuten drei unterschiedliche Einschätzungen von drei verschiedenen Systemen zustande. Keine dieser Antworten war als unsicher gekennzeichnet. Für Laien ist an dieser Stelle kaum zu erkennen, welche Aussage einer Prüfung standhält und welche nicht.

Zwei Menschen aus Technik und Gesundheit beschäftigen sich seit Langem mit dieser Frage.

Reinhard Birke bringt über 20 Jahre Erfahrung aus der IT-Branche mit. Eigene gesundheitliche Beschwerden, bei denen jeder Facharzt nur das eigene Fachgebiet im Blick hatte, brachten ihn zur intensiven Eigenrecherche. Aus dieser Erfahrung heraus vergleicht er Antworten mehrerer KI-Modelle miteinander, um Widersprüche und Fehler sichtbar zu machen.

Dr. Reiner Kraft ist Informatiker und führt heute eine Praxis für Epigenetik, Longevity und Mikronährstoffe. Er setzt KI gezielt in der eigenen Arbeit ein, warnt aber zugleich davor, sich auf eine einzelne Chat-Antwort zu verlassen.

Eine Untersuchung der Charité Berlin belegt, wie schwankend eine einzelne KI-Antwort ausfallen kann.

Forschende stellten einem Modell wiederholt dieselbe Frage zu einem medizinischen Bild, ohne die Ausgangslage zu verändern. Bei mehr als drei von vier Wiederholungen fiel die Antwort unterschiedlich aus. Ein und dasselbe System kam bei identischer Frage also zu wechselnden Einschätzungen. Ein Hinweis darauf, dass eine einzelne KI-Auskunft bei Gesundheitsthemen mit Vorsicht zu behandeln ist, unabhängig vom verwendeten Modell.

Fünf Prüffragen sorgen für eine solidere Einordnung von KI-Antworten bei Gesundheitsthemen.

Sie lassen sich ohne technisches Vorwissen in jedes Gespräch mit einer KI einbauen:

  • Aktive Recherche einfordern: „Suche im Internet nach …“ statt nur „Suche nach …“

  • Trainingsdaten einschränken: „Nutze aktuelle Quellen aus dem Web und verlasse dich nicht ausschließlich auf deine Trainingsdaten.“

  • Belege verlangen: „Nenne und verlinke die Original-Quellen, damit ich sie selbst prüfen kann.“

  • Unsicherheit einfordern: „Sag ehrlich, wenn die Datenlage dünn oder unsicher ist.“

  • Gegenprobe verlangen: „Gibt es abweichende Einschätzungen? Vergleiche das mit einer zweiten, unabhängigen Quelle.“

  • Perspektive wechseln lassen: „Nimm die Rolle einer kritischen Fachkraft für dieses Thema ein und überprüfe diese Aussage.

Meine Tipps für dich:

Ich nutze KI im Alltag vor allem für den Feinschliff: Für ein Wort, das mir auf der Zunge liegt oder wenn sich ein Satz noch nicht passend anfühlt.

Sobald ich mich intensiver mit einem Thema beschäftige, bringe ich immer schon eigenes Wissen mit. Ich verlasse mich nicht auf fertige Antworten, sondern suche gezielt Anknüpfungspunkte wie einen Fachbegriff oder eine Studie, lese die Originalquellen und recherchiere eventuell weiter.

Bei wichtigen Dingen möchte ich allerdings keine Vermutungen und kein „könnte sein“. Ich möchte jemanden, der sein Gebiet beherrscht, weiß, was er tut und mir Zusammenhänge so erklären kann, dass ich sie nachvollziehen kann.
Wenn danach noch Fragen auftauchen? Dann möchte ich sie stellen dürfen. Denn genau das macht für mich eine gute Beratung aus: Nicht nur Fachwissen, sondern auch die Bereitschaft, sich wirklich mit meinem Anliegen auseinanderzusetzen. Mir zuzuhören und auch dann noch da zu sein, wenn die erste Antwort nicht alle Fragen beantwortet.

Das ist der Anspruch, den ich selbst an eine gute Beratung habe und den ich auch in meine eigene Arbeit einbringe! Manchmal entstehen die wichtigsten Fragen erst im Gespräch.

Häufige Fragen:

Sind KI-Chatbots bei Gesundheitsfragen zuverlässig?

Bei allgemeinen Themen häufig ja, bei individuellen Fragen wie zu bioidentischen Hormonen, Schilddrüse oder Mikronährstoffen häufig nicht. Die Datenbasis für diese speziellen Themen ist schmal und eine KI-Antwort ersetzt keine ärztliche oder heilpraktische Einschätzung.

Warum antwortet eine KI bei derselben Gesundheitsfrage manchmal unterschiedlich?

Ein Sprachmodell berechnet bei jeder Anfrage neu, welche Wortfolge am wahrscheinlichsten passt. Eine Untersuchung der Charité Berlin zeigt, dass dieselbe Frage in mehr als drei von vier Wiederholungen zu einer anderen Antwort führte.

Wie lässt sich eine KI-Antwort zu Hormonen oder Schilddrüse besser einordnen?

Ein Abgleich mit mindestens einer zweiten, unabhängigen KI-Antwort oder Fachquelle zeigt, wo sich Einschätzungen decken und wo nicht. Übereinstimmung mehrerer unabhängiger Quellen spricht für eine mögliche Plausibilität, ersetzt aber weiterhin keine fachliche Einschätzung.

Bitte beachte:
Meine Tätigkeit gehört zu den freien Gesundheitsberufen. Sie dient der Gesundheitsvorsorge und dem Wohlbefinden. Meine Website umfasst mein Wissen zur Rimkus-Methode, das ich in Rimkus-Intensivseminaren erlernt habe, die von Dr. Volker Rimkus, Dr. Dr. Thomas Beck und Dr. Eduard Rosler durchgeführt wurden. Ergänzt durch persönliche Informationen der vorgenannten Personen, den führenden Ärzten im Zusammenhang mit der Rimkus-Methode. Zusätzlich meinen umfangreichen Erfahrungsschatz, den ich mir über die Jahre in Bezug auf die Rimkus-Methode angeeignet habe.
Des Weiteren enthält meine Website weitere Inhalte zu verschiedenen Themen auf Gesundheitsvorsorge bezogen.
Tipps betreffen gesunde Lebensführung, Gesundheitsprävention und Resilienz im Alltag. Sie ersetzen keine ärztliche Abklärung oder Behandlung.
Dieser Blog-Beitrag ist keine Empfehlung, keine Therapie und kein Wirkversprechen. Es ist meine persönliche Erfahrung, Beobachtung und Meinung.